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4 & 5 Oktober 2019: Sprachrhythmus & Wortbildung / Die Grammatik des Artikels

Teil 1: „Sprachrhythmus & Wortbildung“ (Wortfabrik - Wortbildung)

Der Sprachrhythmus ist eine der wichtigsten, sprachlichen Grundkompetenzen, die Kinder erwerben müssen. Treten hierbei Probleme auf, sind Schwierigkeiten in mehreren Bereichen vorprogrammiert, z. B. Pluralbildung, Artikelerwerb, Partizipbildung, Reimkompetenz, Rechtschreibung, etc.

Teil 2: „Die Grammatik des Artikels“ (Satzgliedfabrik)

Kinder, die Probleme mit der Grammatik des Artikels haben, lassen ihn in ihrer eigenen Sprache häufig aus (z. B. „Ich möchte Buch“ oder „ich geh‘ Bauecke“) oder antworten auf die Frage „Was tut dir weh?“ nur mit „Hand“). Große Schwierigkeiten haben hiermit Kinder, die beispielsweise Türkisch, Russisch oder Vietnamesisch als Muttersprache sprechen. Dies ist nicht verwunderlich, da die meisten slawischen und asiatischen Sprachen und die türkische Sprache gar kein Artikelwort haben.

Seminarbeschreibung:

Teil 1: „Sprachrhythmus & Wortbildung“ (Wortfabrik - Wortbildung)

Der Sprachrhythmus ist eine der wichtigsten, sprachlichen Grundkompetenzen, die Kinder erwerben müssen. Treten hierbei Probleme auf, sind Schwierigkeiten in mehreren Bereichen vorprogrammiert, z. B. Pluralbildung, Artikelerwerb, Partizipbildung, Reimkompetenz, Rechtschreibung, etc.

Gerade Kinder mit Deutsch als Zweitsprache und deutsche Kinder mit Spracherwerbsstörungen haben hiermit große Probleme und fallen häufig noch in der Grundschule auf.

Da unsere Sprache aus Sätzen besteht, ist eine der ersten Lernaufgaben des Kindes zu erkennen, wann ein Wort beginnt und wann es aufhört. Nur so ist es in der Lage sich einen Wortschatz aufzubauen. Andernfalls rauscht unser gut gemeintes Sprachangebot am Kind vorbei. Sprachunauffällige Kinder machen genau das, denn ansonsten würden sie ihre Sprachproduktion mit ganzen Sätzen und nicht mit einzelnen Wörtern, wie "Mama" beginnen.

Darauf aufbauend muss das Kind als nächstes entdecken, welche Regeln der Wortbildung zugrunde liegen. Wie wird im Deutschen die Mehrzahl gebildet? Z. B. 2 Hunde, aber nicht 2 Kuchene oder 2 Autos, aber nicht 2 Tigers. Wie werden Verben gebeugt? Wie funktioniert die Partizipbildung, z. B. gelacht, aber nicht gerepariert oder eingekauft, aber nicht vergepackt. Wie bildet man aus Nomen Adjektive, z. B. Fett - fettig. Wann hängt man -heit, wann hängt man -keit ans Wortende, z. B. Freiheit und Gelassenheit, aber nicht Traurigheit. Bei all diesen Wortbildungsregeln spielt der Sprachrhythmus die entscheidende Rolle. Hierbei dient die Wortfabrik als besonderes methodisches Element zur Vermittlung der sprachlichen Regeln.

Teil 2: „Die Grammatik des Artikels“ (Satzgliedfabrik)

Kinder, die Probleme mit der Grammatik des Artikels haben, lassen ihn in ihrer eigenen Sprache häufig aus (z. B. „Ich möchte Buch“ oder „ich geh‘ Bauecke“) oder antworten auf die Frage „Was tut dir weh?“ nur mit „Hand“). Große Schwierigkeiten haben hiermit Kinder, die beispielsweise Türkisch, Russisch oder Vietnamesisch als Muttersprache sprechen. Dies ist nicht verwunderlich, da die meisten slawischen und asiatischen Sprachen und die türkische Sprache gar kein Artikelwort haben.

Die grundlegenden Fragen lauten daher: Wann wird im Deutschen überhaupt ein Artikelwort eingesetzt? Gibt es Fälle, in denen man sowohl einen Artikel benutzen als auch ihn weglassen kann? Und wenn ja, was für einen Einfluss hat dies auf die Bedeutung des Satzes?

Der Artikel verhält sich in der Einzahl anders als in der Mehrzahl, z. B. „ein Hund, aber Hunde“. Er verhält sich auch bei zählbaren und unzählbaren Massennomen unterschiedlich, z. B. „ein Ball, aber nicht ein Mehl“ oder „Milch soll gesund sein“, aber nicht „Ball soll rot sein“. Auch erscheinen viele Substantive mal mit Artikel und mal ohne, z. B. „Annas Vater hat ein neues Klavier gekauft. Anna kann sehr gut Klavier spielen.“

Darüber hinaus kann der Artikel die Funktion eines Besitzausdrucks annehmen (z. B. bedeutet „Jonas hat die Hose im Hallenbad liegen gelassen“, dass er seine Hose liegen gelassen hat). Auch als Mengenausdruck verwendet das Deutsche den Artikel (z. B. bedeutet „Ich habe die Bonbons gegessen“, dass ich alle vorhandenen Bonbons gegessen habe.). Daher ist bei Kindern, die den Artikel auslassen, in der Regel auch das Sprachverständnis beeinträchtigt.

Auf der Fortbildung lernen die Teilnehmer die theoretischen Grundlagen zur „Grammatik des Artikels“ sowie die Durchführung einer Förderung/Therapie bei spracherwerbsgestörten Kindern und Kindern mit Deutsch als Zweitsprache.

Kurzbiographie:

Sandra Lenz ist Diplom-Psychologin (Studium und Abschluss an der Universität Bielefeld) und Ausbilderin für Känguru-Trainer. An der Universität Leipzig hat sie Schulleistungstests für Deutsch und Mathematik normiert (DERET, BAKO, DEMAT, sowie ein Lesetraining ("Variables Lesen") evaluiert. Seit 2004 arbeitet sie freiberuflich als Dozentin in der Erwachsenenbildung zu den Themen: Sprachförderung von 0 - 6 Jahren (nach PD Dr. Zvi Penner), Früherkennung und Prävention von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (Bielefelder Screening, Würzburger Trainingsprogramm), Diagnostik von LRS und Dyskalkulie (BAKO, DERET, Knuspel-L, DEMAT) sowie Lese- und Rechtschreibförderung (Variables Lesen, Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung).

Seit 2004 führt sie im gesamten deutschsprachigen Raum Schulungen zur Sprach-, Lese- und Rechtschreibungförderung für Erzieher, Logopäden, Lerntherapeuten, Lehrer und Eltern durch. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Linguisten Dr. Zvi Penner hat sie an der praktischen Umsetzung einer neuartigen Rechtschreibmethode mitgewirkt („Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung“). Diese Methode berücksichtigt die spezifischen Probleme von Kindern mit Migrationshintergrund und Spracherwerbsstörungen beim Erwerb der Schriftsprache. Aufgrund ihrer Ausbildung hat sie bereits mehrfach die Projektleitung für Evaluationen und wissenschaftliche Studien für Herrn Dr. Penner übernommen.

 

Datum: Freitag, 04.10.2019 (13h30-18h30) und Samstag, 05.10.2019 (8h00-15h00)
 
Sprache: deutsch
 
Lieu: LUXEMBURG-CENTS - Centre Sociétaire, 167, rue de Trèves
 
Prix: 150€ für ALO-Mitglieder,  250€ für Nicht-Mitglieder. Im Preis enthalten: Getränke, Früchte, Gebäck aber keine Mittagessen. Zu überweisen auf das Konto der A.L.O. Die Anmeldung gilt als endgültig und verbindlich mit Zahlungseingang.
 
This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. bis spätestens den 31.07.2019.